Besuchshunde bei Menschen im Wachkoma

Menschen im Wachkoma beziehungsweise mit schweren Bewusstseinsstörungen benötigen eine besonders einfühlsame und individuelle Betreuung. Die Situation ist für die betroffenen Menschen ebenso wie für ihre Angehörigen häufig eine große Herausforderung.

Eine Begegnung mit einem Hund kann dabei eine besondere Form der Nähe und Zuwendung ermöglichen. Der Kontakt kann sehr ruhig gestaltet werden und muss nicht von einer aktiven Reaktion der betroffenen Person abhängig sein.

Im Mittelpunkt steht die respektvolle Begegnung. Der Hund wird dabei nicht als medizinisches Behandlungsmittel eingesetzt.

Ruhe, Nähe und Zuwendung

Ein Besuchshund bringt eine Form der unmittelbaren Begegnung mit sich. Das ruhige Dabeisein, die Nähe des Tieres oder – sofern dies möglich und gewünscht ist – eine vorsichtige Berührung können Teil eines Besuches sein.

Dabei muss kein bestimmtes Verhalten erwartet werden. Auch wenn keine sichtbare Reaktion erfolgt, kann die Begegnung für Angehörige und Betreuungspersonen einen persönlichen und emotionalen Moment darstellen.

Jeder Mensch reagiert unterschiedlich. Deshalb wird jeder Besuch individuell und mit besonderer Aufmerksamkeit durchgeführt.

Wie kann eine Begegnung gestaltet werden?

Die Gestaltung eines Besuches richtet sich immer nach dem Zustand der betroffenen Person und den Vorgaben der jeweiligen Einrichtung.

Ruhiges Dabeisein

Der Hund kann für eine gewisse Zeit ruhig im Raum oder in der Nähe des Bettes bleiben und so eine besondere Atmosphäre schaffen.

Vorsichtige Nähe

Wenn es die Situation erlaubt, kann eine behutsame Annäherung des Hundes ermöglicht werden.

Berührung

Eine vorsichtige Berührung des Fells kann – sofern dies medizinisch und organisatorisch möglich ist – Teil der Begegnung sein.

Angehörige einbeziehen

Auch Angehörige können die Begegnung miterleben und gemeinsam mit dem Hund einen besonderen Moment verbringen.

Persönliche Erinnerungen

Der Hund kann bei Angehörigen Erinnerungen an das frühere Leben, einen eigenen Hund oder gemeinsame Erlebnisse wecken.

Individuelle Gestaltung

Jeder Besuch wird entsprechend der individuellen Situation geplant und durchgeführt.

Keine Reaktion muss eine Reaktion sein

Bei Menschen mit schweren Bewusstseinsstörungen ist nicht immer erkennbar, wie eine Begegnung wahrgenommen wird. Deshalb ist es besonders wichtig, keine bestimmte Reaktion zu erwarten oder zu erzwingen.

Der Besuch kann auch dann wertvoll sein, wenn keine sichtbare Reaktion beobachtet wird. Entscheidend ist, dass die Begegnung ruhig, respektvoll und auf die individuelle Situation abgestimmt erfolgt.

Beobachtungen während des Besuches sollten immer im Zusammenhang mit der Einschätzung der zuständigen Fachkräfte betrachtet werden.

Enge Abstimmung & Schutz des Hundes

Enge Abstimmung mit der Einrichtung: Besuche bei Menschen im Wachkoma erfordern eine besonders sorgfältige Vorbereitung. Deshalb sollte ein Einsatz ausschließlich in enger Abstimmung mit den zuständigen Fachkräften und der jeweiligen Einrichtung erfolgen. Die medizinische und pflegerische Situation muss ebenso berücksichtigt werden wie die hygienischen und organisatorischen Vorgaben.

Schutz und Ruhe für den Hund: Eine ruhige Umgebung kann für einen Besuchshund ungewohnt sein. Medizinische Geräte, Geräusche, Gerüche und Bewegungen stellen eine besondere Herausforderung dar. Deshalb wird stets auf die Körpersprache geachtet, Überforderung vermieden und ausreichende Pausen eingeplant.

Begegnung statt Therapie: Ein Besuchshund ersetzt keine medizinische, pflegerische oder therapeutische Behandlung. Es werden keine bestimmten gesundheitlichen oder therapeutischen Wirkungen versprochen.

Sie interessieren sich für einen Besuchshund?

Sie arbeiten in einer Einrichtung, in der Menschen mit schweren Bewusstseinsstörungen betreut werden, und möchten mehr über die Möglichkeiten erfahren?

Gerne besprechen wir gemeinsam, ob und unter welchen Voraussetzungen ein Besuch möglich sein könnte.

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